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Arbeitskreis Zukunftsfähige Digitalität

Wir forschen und schreiben aus den Blickwinkeln unterschiedlicher Disziplinen. Der Arbeitskreis ist für uns ein Denkraum, in dem wir uns über Möglichkeiten und Hürden im Kontext einer zukunftsfähigen Digitalität austauschen. Ausgehend von der Frage, wie man überhaupt über die Digitalisierung redet, hinterfragen wir aktuelle digitale Entwicklungen und wollen sozial-ökologische Perspektiven auf die Digitalisierung anbieten. In dem Arbeitskreis entstandene Gedanken erscheinen in Kolumnenform zuerst in der taz FUTURZWEI und dann hier.

Volker Bernhard – Bauhaus-Universität Weimar
Vivian Frick
– IÖW
Maike Gossen
– TU Berlin
Rahel Gubser
– Charité
Maxim Keller
– RDÖ & Universität St. Gallen
Felix Maschewski
– HU Berlin
Anna-Verena Nosthoff
– Universität Wien
Gemina Picht
– Universität zu Köln
Johanna Pohl
– TU Berlin
Friederike Rohde
– IÖW

Kolumnen

Sabotiert Eure Bequemlichkeit!

Soziale Medien holen sich private Daten, um immer raffinierter den Konsum der Leute zu steuern und zu steigern. Was dagegen hilft.

Kein soziales Netzwerk war so schnell so erfolgreich wie die Kurzvideo-App Tiktok. Die Konkurrenz geriet in Zugzwang und hat das vertikale Erfolgsformat einfach kopiert, statt auf eigene Stärken zu setzen. Der Head of Instagram erklärte letztes Jahr, dass man keine Fotoplattform mehr sei und sich noch mehr auf Videos konzentrieren würde als bisher. Youtube hat mit Shorts einen Bereich geschaffen, wo der Content auf sechzig Sekunden beschränkt ist. Und auch neue Player springen auf den Zug auf.

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Praxis Dr. Zuckerberg?

Die Digitalisierung der Medizin ist existenziell. Gerade deshalb dürfen Gesundheitsdaten nicht dem Silicon Valley überlassen werden.
In aktuellen Debatten werden wahlweise künstliche Intelligenz, autonomes Fahren, Industrie 4.0, Cloud-Dienste oder Smart Devices als “the next big thing” angepriesen, als Wirtschaftswunder, die nebenbei das Klima retten. Ohne Zweifel bringen diese technischen Innovationen große Optimierungspotentiale und Komfortsteigerungen mit sich. Gleichzeitig missachten sie aber regelmäßig die Privatsphäre oder tragen zur Konzentration der Marktmacht auf eine Handvoll Tech-Konzerne bei.

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Unvorstellbar sinnstiftend

Mehr Zeit im Digitalen verbringen, mehr Daten erzeugen, mehr Geld ausgeben: Willkommen in Zuckerbergs Metaverse
Mark Zuckerberg hat eine Vision: in fünf bis zehn Jahren wird es alltäglich sein, mit einer raffinierten Brille auf dem Kopf in eine virtuelle Realität einzutauchen, um zu arbeiten, zu lernen und zu spielen. Am besten besucht man die Parallelwelten zusammen mit anderen Menschen, die mal als fotorealistische Kopien ihrer selbst, mal als Giraffen oder Roboter herumschwirren. Da kein Handy-Screen mehr stört, kann man voll im virtuellen Moment leben und sich in die digitalen Augen schauen – die Zukunft der Kommunikation ist 3D. Im Metaverse – einem aus der Science-Fiction stammenden Konzept für ein immersives, begehbares Internet, das virtuelle Realität (VR) und erweiterte Realität (AR) kombiniert – stehen endlich nicht mehr Geräte, sondern Menschen im Mittelpunkt. Zuckerberg will so das „ultimative Versprechen von Technik“ einlösen: „be together with anyone, teleport anywhere, create and experience anything“.

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Ich habe nichts zu verbergen

Warum digitale Gerechtigkeit nicht von einem individuellen, sondern von einem kollektiven Datenbewusstsein lebt.
„Ich habe doch nichts zu verbergen“ – diesen Satz hat jede:r schon gehört. Zum Beispiel als rechtfertigende Antwort auf die Frage, warum man sich eine Alexa gekauft hat – und Amazon noch dazu mit lukrativen Gratisdaten bezahlt. Dabei ist das überwachungsaffine Bonmot auf den ersten Blick nachvollziehbar, ja, sogar beruhigend. Denn es impliziert: wer nichts zu verbergen hat, muss sich vor Konsequenzen der Datenextraktion nicht fürchten. Weder vor möglichen Daten-Leaks (Was sollte schon aufgedeckt werden?), noch vor der kommerziellen Weiterverarbeitung eigener Daten (Wird personalisierte Werbung nicht erst dann richtig gut?). Das Credo lautet: Solange man sich selbst nichts zu Schulden kommen lässt, besteht kein Grund zur Sorge. Schließlich geht es um meine Daten, die über mein Verhalten gesammelt werden. Wenn ich also mit ihrer Verarbeitung einverstanden bin, ist alles gut. Oder nicht?

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Licht aus im Smart Home

Solange Technik funktioniert, ist sie unsichtbar. Das kann auch gefährlich sein.
Hierzulande war der knapp sechsstündige Ausfall von Facebook, Instagram und WhatsApp Anfang Oktober den Meisten nicht mehr als ein kleineres Ärgernis. Viel eher wurde er zur willkommenen digitalen Auszeit oder zum fröhlichen Gruppenausflug auf andere Plattformen wie Twitter oder Reddit stilisiert. In anderen Regionen der Welt waren dagegen dramatischere Konsequenzen zu beobachten.

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Sind Algorithmen fairer als wir?

Künstliche Intelligenz-Systeme sollen objektivere und ausgewogene Entscheidungen ermöglichen. Doch sie können scheitern.
Immer mehr Entscheidungen in unserer Gesellschaft sollen künftig automatisierten Systemen überlassen werden, die nicht nur beurteilen, ob wir Jobs, Kredite oder eine Wohnung bekommen, sondern die auch Tumore erkennen, Klimaprognosen machen oder Texte schreiben können. Diese Systeme maschinellen Lernens, die häufig auf neuronalen Netzen beruhen und als „künstliche Intelligenz“ (KI) bezeichnet werden, können – so ihr Versprechen – mehr Informationen verarbeiten, schneller und effizienter prozessieren. Zukünftig sollen sie gar gerechtere Ergebnisse produzieren als der Mensch – mit seinen „beschränkten“ kognitiven Kapazitäten.

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Ist Datenschutz das neue Bio?

Bewusste Ernährung und bewusstes Digitalverhalten haben Parallelen – im Schlechten wie im Guten
Während die Nahrungstrends zwischen mindful eating und hyggeligem Rezeptefetisch pendeln, landen die Fotos der gezauberten Leckereien bei Instagram: Achtsamkeit taugt dieser Tage nicht nur bei Biobeeren und Milchersatz zum Distinktionsgewinn, und doch treiben wir zugleich die digitale Totalökonomisierung jeder Lebensregung gleichmütig voran. Ohne Frage sind Datenschutz und Verbraucher:innenrechte Gemeinschaftsaufgaben für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Zugleich können auch individuelle Entscheidungen im digitalen Raum eine ungeahnte Gestaltungsmacht entfalten, wie eine lehrreiche Abstimmung mit den Füßen zu Beginn dieses Jahres zeigt.

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Bitte nicht mehr „Disruption“ sagen

Digitalisierung braucht eine aufgeklärte und konstruktive Diskussion. Wir liefern sie.
In aktuellen Debatten werden wahlweise künstliche Intelligenz, autonomes Fahren, Industrie 4.0, Cloud-Dienste oder Smart Devices als “the next big thing” angepriesen, als Wirtschaftswunder, die nebenbei das Klima retten. Ohne Zweifel bringen diese technischen Innovationen große Optimierungspotentiale und Komfortsteigerungen mit sich. Gleichzeitig missachten sie aber regelmäßig die Privatsphäre oder tragen zur Konzentration der Marktmacht auf eine Handvoll Tech-Konzerne bei.

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Publikationen der Mitglieder

Der plattformökonomische Infrastrukturwandel der Öffentlichkeit: Facebook und Cambridge Analytica revisited

von Felix Maschewski & Anna-Verena Nosthoff im Leviathan Sonderband 37
08.2021

»Am 30. Dezember 2019 schrieb der ehemalige Facebook-Vicepresident of Ads and Business, Andrew Bosworth, auf seiner internen Facebookseite ein Memo an seine Mitarbeiter:innen, in dem er sich ›Ge­danken für das Jahr 2020‹ machte. In dem Post ließ ›Boz‹ die letzten Jahre – er selbst war verantwortlich für das politische Advertising während der US-amerika­nischen Präsidentschaftswahl 2016 – Revue passieren und erklärte zu Donald Trumps Wahlsieg […]«

Psychologie der digitalen Umwelt: Digitalisierung, Umweltschutz und Umweltgestaltung.

von Vivian Frick, Andreas Homburg, Kathrin Röderer & Mathias Hofmann in: Umweltpsychologie 25(1)
07.2021

Kommunikation, Arbeit, Bildung, Konsum und das Sozialleben finden zunehmend (auch) digital statt. Für die umweltpsychologische Forschung und Praxis gewinnt die Digitalisierung ebenfalls an Bedeutung. Digitale Technologien verändern die Umwelten, in denen wir Menschen uns tagtäglich bewegen, und damit das Forschungsobjekt der Umweltpsychologie. Eine Einführung.

Das vermessene Selbst

von Anna-Verena Nosthoff & Felix Maschewski in der FAZ
01.2021

Amazon kennt unsere Konsumvorlieben, Alexa ist längst bei uns eingezogen. Nun soll der neue Fitnesstracker Halo sich auch um Gesundheit und psychosoziales Wohlbefinden der Nutzer kümmern.

A Marriage Story of Digitalisation and Sustainability?

von Maike Gossen, Friederike Rohde & Tilman Santarius in: ÖkologischesWirtschaften O1.2021
01.2021

Kann die Digitalisierung ein Teil der Lösung für die drängenden Herausforderungen der Nachhaltigkeit sein? Oder werden die aktuellen Entwicklungen eine sozio-ökologische ökologischen Transformation verhindern? Die Antwort ist nicht schwarz und weiß; sie ist komplex und bereichsübergreifend. Die Autor:innen analysieren Schlüsselprobleme und geben einen Ausblick auf mögliche Lösungen.

Wie Big Tech die Pandemie »lösen« will

von Anna-Verena Nosthoff & Felix Maschewski in der Republik
05.2020

Apple, Facebook und Google geben sich dieser Tage als Retter in der Not, die ihre Daten­hoheit für das Gute nutzen. Damit verbuchen sie enormen Macht­zuwachs – und bauen das System für eine datafizierte Biopolitik weiter aus.

Netzwerkaffekte

von Anna-Verena Nosthoff & Felix Maschewski in "Affekt Macht Netz"
07.2019

Der Aufsatz untersucht die Plattform Facebook als Beispiel „kybernetischer Gouvernementalität“ und damit eine Regierungsform, die qua digitaler Infrastruktur und Programmatik Affekte und Emotionen, Entscheidungen und Verhalten von Nutzer_innen antizipiert, feedbacklogisch strukturiert, nicht selten kuratiert. Deutlich wird, dass digitale Plattformen entgegen dem insb. vom Silicon Valley bedienten Narrativ der techischen Neutralität keineswegs bloße Mittel, sondern – gerade auch im Konnex demokratischer Meinungsbildung – Machtinstrumente sind.

Was Bits und Bäume verbindet.

Herausgegeben von Anja Höfer & Vivian Frick
07.2019

Die Konferenz »Bits & Bäume« (2018 in Berlin) bot das bis dato größte Debattenforum für Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Über 50 Autor*innen aus Tech-Szene, Nachhaltigkeitsbewegung und Entwicklungszusammenarbeit zeigen in diesem Buch zur Konferenz, wie die Digitalisierung den sozial-ökologischen Wandel voranbringen kann. Im Mittelpunkt steht dabei stets die drängende Frage: Welche Digitalisierung wollen wir?

Digitalisierung von Märkten und Lebensstilen: Neue Herausforderungen für nachhaltigen Konsum

Studie von Vivian Frick & Maike Gossen
02.2019

In dem Kurzbericht zu Zusammenhängen und Auswirkungen der Digitalisierung auf nachhaltigen Konsum werden der aktuelle Forschungsstand und Praxisbeispiele u.a. aus den Bereichen Online-Handel, Suchmaschinen und digitale Kompetenzen von Verbraucher:innen dargestellt.

Kontakt

Der Rat für Digitale Ökologie ist ein Projekt von FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit und wird gefördert von Allianz Foundation und Schöpflin Stiftung.

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