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Digitalisierung erden

Die Digitalisierung bildet in ihren unterschiedlichen Dimensionen – Automatisierung, Veränderung von Kommunikation, Demokratie- und Gesundheitsgefährdung – einen Problemzusammenhang, der politisch bislang nur äußerst sparsam und unzureichend behandelt wird. Das ist besonders deshalb misslich, weil Digitalisierung alle privaten und professionellen Lebensbereiche durchdringt und weiter durchdringen wird.

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Über den Rat

Die Digitalisierung bildet in ihren unterschiedlichen Dimensionen – Automatisierung, Veränderung von Kommunikation, Demokratie- und Gesundheitsgefährdung – einen Problemzusammenhang, der politisch bislang nur äußerst sparsam und unzureichend behandelt wird. Das ist besonders deshalb misslich, weil Digitalisierung alle privaten und professionellen Lebensbereiche durchdringt und weiter durchdringen wird. Und obwohl bereits eine Fülle von juristischen, sozialen, ökonomischen und medizinischen Fragen auftreten, ist die öffentliche Debatte etwa über Informationsmonopole, das Verschwinden der Privatheit oder über medizinische Aspekte des permanenten Gebrauchs digitaler Kommunikation unzureichend. Die Folgen für die Demokratie und das Zusammenleben in modernen Gesellschaften werden in der Politik nicht erkannt und aufgegriffen. Im Augenblick verhält man sich weitgehend blind zu dem, was in aller Sichtbarkeit schon da ist und noch auf uns zukommen wird.
Der interdisziplinäre Rat für Digitale Ökologie widmet sich systematisch Fragen, in denen die ökonomischen, kulturellen, politischen, psychologischen und gesundheitlichen Dimensionen der Digitalisierung miteinander in Wechselwirkung stehen. Erst vor dem Hintergrund einer Ökologie digitaler Systeme wird auch eine Ethik der Digitalisierung denkbar, die Leitlinien für den Technikeinsatz vorgeben kann.
Der Rat betrachtet es als seine Aufgabe, Debatten anzustoßen und die Digitalisierung als zentrales gesellschaftspolitisches Thema begreifbar zu machen. Digitalisierung ist in all ihren Dimensionen eine politische Gestaltungsaufgabe.

Der Rat

Bernhard Pörksen

Bernhard Pörksen ist Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört unter anderem der Medienwandel im digitalen Zeitalter. Er diagnostiziert der vernetzten Welt eine Stimmung der Nervosität und Gereiztheit. Der Kommunikationsforscher hat zahlreiche wissenschaftliche Beiträge und Artikel veröffentlicht, dazu Sachbücher zu Themen wie Kommunikation, Konstruktivismus oder der „redaktionellen Gesellschaft“. Er plädiert für die gezielte Vermittlung von Medienmündigkeit. Im Jahre 2008 wurde er als „Professor des Jahres“ ausgezeichnet. Sein letztes Buch „Die große Gereiztheit“ erschien 2018.
Foto: Peter-Andreas Hassiepen

Wolfgang Kaleck

Wolfgang Kaleck ist Rechtsanwalt. 2007 gründete er die juristische Menschenrechtsorganisation European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR), deren Generalsekretär er seitdem ist. Gemeinsam mit Betroffenen und Partner*innen weltweit nutzt das ECCHR juristische Mittel, damit die Verantwortlichen für Folter, Kriegsverbrechen, sexualisierte Gewalt, wirtschaftliche Ausbeutung und abgeschottete Grenzen nicht ungestraft davonkommen. Für seinen beharrlichen Kampf für die Menschenrechte ist er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt worden.Er hat mehrere Bücher und zahlreiche Artikel veröffentlicht. Außerdem ist er der juristische Beistand von Edward Snowden in Europa.
Foto: Nihad Nino Pušija

Frederike Petzschner

Frederike Petzschner ist eine Neurowissenschaftlerin und beschäftigt sich mit der menschlichen Wahrnehmung, dem Lernen und der Entscheidungsfindung. Ihr Spezialgebiet ist die Komputationale Psychiatrie und Psychosomatik - die Erforschung mentaler und körperlicher Gesundheit und Krankheit mithilfe mathematischer Modelle. Nachdem sie einen M.Sc. (hons) in Physik erlangt hatte, befasste sie sich zunächst im Rahmen ihres PhD mit menschlicher Raum- und Zeitwahrnehmung. Seit Januar 2013 ist sie Senior Research Fellow an der Translational Neuromodeling Unit (TNU) der Universität Zürich und der ETH Zürich. Sie ist außerdem Mitglied und ehemaliges Vorstandsmitglied der WEF Global Shapers Zurich.

Johannes Merck

Johannes Merck ist bei der Otto Group verantwortlich für die Steuerung aller Nachhaltigkeitsaktivitäten, für welchedie digitale Verantwortung immer wichtiger wird. Als langjähriger Pionier der Unternehmensverantwortungim deutschsprachigen Raumhat er eine Honorarprofessur für das Lehrgebiet „Corporate Social Responsibility“ an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung (FH) Eberswaldeinne.Der promovierte Historikerist außerdem in zahlreichen politischen Gremien vertreten und war am Aufbau der Michael Otto-Stiftung für Umweltschutz beteiligt, die als Dialogpartner für Politik, Wirtschaft und NGOs im Bereich Natur-und Wasserschutzagiert.
Foto: Otto-Pressebild

Dieter Janecek, MdB

Dieter Janecek ist seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages. Für die Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN ist er Sprecher für Industriepolitik und digitale Wirtschaft. Weiter ist er Obmann im Ausschuss für Wirtschaft & Energie, Obmann im Ausschuss DigitaleAgenda und Mitglied der Enquête-Kommission Künstliche Intelligenz. Um gesellschaftliche Veränderungsprozesse zum Wohle der Menschen mitzugestalten, steht er im ständigen Dialog mit den Bürgern und Bürgerinnen sowie Vertretern und Vertreterinnen der Wirtschaft, Wissenschaft und Nichtregierungsorganisationen.
Foto: Stefan Kaminski

Constanze Kurz

Constanze Kurz ist Informatikerinund Hackerin, Autorin und Herausgeberin mehrerer Bücher. Sie ist Aktivistin und ehrenamtlich Sprecherin des Chaos Computer Clubs. Die Expertin für Cybersicherheit sitztin der Redaktion von netzpolitik.org und im Kernteam der Konferenz Bits & Bäume. Sie forschte an der Humboldt-Universität zu Berlin am Lehrstuhl „Informatik in Bildung und Gesellschaft“ und war Sachverständige der Enquête-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Bundestags. Für ihr gesellschaftliches Engagementerhielt sie zahlreiche Preise, darunter dieTheodor-Heuss-Medaille für vorbildliches demokratisches Verhalten.

Harald Welzer

Harald Welzer ist Direktor von FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit, die praktische und experimentelle Strategien der gesellschaftlichen Transformation unterstützt und fördert. In zahlreichen Vorträgen, Artikeln und Interviews setzt er sich für die sozialökologische Transformation und den Erhalt der offenen Gesellschaft ein. Außerdem ist der Soziologe und Sozialpsychologe Professor für Transformationsdesign an der Universität Flensburg und lehrt als ständiger Gastprofessor Sozialpsychologie an der Universität St. Gallen. Als kritischer Beobachter der Digitalisierung hat er 2016 «Die smarte Diktatur» veröffentlicht.
Foto: Jens Steingässer

Maja Göpel

Maja Göpel ist Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU). An der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft arbeitet sie seit über zwei Jahrzehnten an Themen der nachhaltigen Entwicklung und gesellschaftlichen Wandels. Maja Göpel ist Professorin an der Leuphana Universität Lüneburg, Mitglied des Club of Rome sowie Beirätin der Generationenstiftung und der Stiftung Entwicklung und Frieden und seit 2019 Policy Fellow beim Progressiven Zentrum. Als Scientist4Future trägt sie die Stimme der Wissenschaft vermehrt in die Öffentlichkeit.
Foto: Kai Müller

Peter Reichl

Peter Reichl ist Professor für Informatik an der Universität Wien und Leiter der Forschungsgruppe Cooperative Systems. Er studierte Mathematik, Physik und Philosophie, gefolgt vom Doktoratsstudium in Informatik und mehr als 10 Jahren industrienaher Forschung im Bereich Telekommunikation. Im Zentrum seines interdisziplinären Forschungsansatzes steht der Mensch im Digitalen Wandel und die besondere Verantwortung des Informatikers darin. Er ist Initiator des Wiener Kreises zur Digitalen Anthropologie,leitet die Arbeitsgruppe "Homo Digitalis" der OVE-GIT und ist einer der Ko-Autoren des Wiener Manifests für Digitalen Humanismus. Daneben begleitet er als Pianist regelmäßigOpernkonzerte und Liederabende im In-und Ausland.

Publikationen

  • Fröhliche Unbedarftheit in Sachen Wirklichkeit. Von Harald Welzer in der ZEIT (14. September 2019)
    Die Digitalisierung führt zu künstlicher Dummheit: Die Netzkonzerne blenden alle Konflikte und Ungleichheit aus. So sollten wir nicht leben wollen.
  • Arroganz statt Inhalte. Von B. Pörksen in der Süddeutschen Zeitung (3. Juni 2019)
    Was passiert, wenn Politiker eine Medienrevolution nicht verstehen? Im schlimmsten Fall ignorieren sie die Kritik und diffamieren lieber die Protagonisten.
  • Was sind die wichtigsten Lügen von Digitalisierung und Klimapolitik, Maja Göpel? Interview in der taz FUTURZWEI N°10 (September 2019)
    Klimapolitikexpertin Maja Göpel über die Vorstellung, Digitalisierung mache die Welt nachhaltig.
  • Die Disziplinargesellschaft und ihre vertrottelten Bürger. Von Harald Welzer in der taz FUTURZWEI N°10 (September 2019)
    Die Wirklichkeit der potenziell totalitären Datensammlung und Entmündigung durch Digitalkonzerne wird immer noch weitestgehend verdrängt – Schluss damit.

Kontakt

Der Rat für Digitale Ökologie ist ein von FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit initiiertes und durchgeführtes Projekt. Bei Fragen und Anregungen können Sie sich gerne an unser Team wenden: digitalisierung@futurzwei.org

Team

Wissenschaftliche Mitarbeit: Maxim Keller & Gemina Picht
Geschäftsführung: Dana Giesecke

Verantwortlich für den Inhalt der Webseite:

FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit
Lehrter Straße 57, Haus 6 , EG (Hofseite)
10557 Berlin
Tel. +49 (0)30 - 397 177 07

Design und Realisation:

LINIENLAND - Studio für Oberflächenspannung
linienland.de